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1. November – 30. November 2013

Heute Morgen ist so eine dicke Eisschicht auf unserem Dachfenster wie nie zuvor. Bei herrlichem Sonnenschein starten wir auf die nächste Panoramastrasse, den Blue Ridge Parkway. Die Strasse führt meistens auf den Kuppen der Hügel entlang, so dass man auf beiden Seiten weit ins Tal blicken kann. Der ganze Parkway führt 755 km südwestlich den Appalachen entlang. Der höchste Punkt heute ist 1‘200 m.ü.M, danach geht es wieder steil bergab auf 275 m.ü.M. und dann wieder auf den nächsten Hügel rauf. Auf der ganzen Strecke (270 km) sind wir durch kein einziges Dorf gefahren und haben nicht ein einziges Stoppschild gesehen und es gab nur 2-3 Abzweiger von dieser Strasse. Die Aussicht ist fantastisch und wir sehen Truthähne und ganz viele Rehe, leider ziehen gegen Abend Wolken auf. Wir übernachten wieder einmal in der freien Natur, bei einer alten Mühle, welche als Touristenattraktion ausgeschildert ist. Wir entschliessen uns diese Strasse Morgen zu verlassen und nun endgültig in wärmere Gegenden zu fahren.

Wir besichtigen die Anlage, Mabry Mill, hier werden frühere Gebäude und Geräte gezeigt. Wie die Menschen gearbeitet und gelebt haben (verschiedene Mühlen, Schnabsbrennerei, wie die Baumstämme zur Mühle transportiert wurden, Wasserleitungen aus Holz, Häuser). Es ist sehr schön restauriert und dargestellt. Trotz schönem Wetter fahren wir jetzt südwärts, der Sonne entgegen. Wir nehmen die Interstate 77 und überqueren schon nach kurzer Zeit die Staatsgrenze nach North Carolina. Fahren über Charlotte und nach South Carolina. Bei jedem Staatenwechsel hat es auf der Autobahn ein Infocenter, da decken wir uns mit Karten und Material ein und fahren noch bis Columbia. Heute steigt das Thermometer auf 24°, das ist so ungewohnt dass es für uns schon zu heiss ist.

Da wir nicht lange nach einem Übernachtungsplatz suchen wollen, fahren wir zu Home Depot.

 

Heute sehen wir auf dem Weg nach Süden, zum ersten Mal Palmen. Kurz nach Columbia fahren wir in den Congaree Nationalpark. Auf dem Weg dorthin sehen wir mehrere Bäume welche ganz „verschleiert“ sind, an den Ästen hängen Flechten herunter. Im Nationalpark laufen wir den Boardwalk, der ganze Weg führt glücklicherweise auf einem Steg entlang. Ansonsten wäre ich da wahrscheinlich keine 10 Schritte reingegangen. Alles ist feucht und sumpfig, aber es sieht sehr schön aus. Riesige Bäume säumen den Weg, sehr viele Cypressen. Es gibt viele Luftwurzeln, die sehen ganz lustig aus, so als ob der Boden mit Pocken übersät ist. Da es nicht so viele Leute im Park hat ist es ganz ruhig, man hört nur die Vögel und die Eichhörnchen rascheln, zwischendurch sehen und hören wir einen Specht (Woodpecker) und fast am Ende sehen wir noch eine ganze Horde Wildschweine. Nach einer längeren Mittagspause fahren wir auf Nebenstrassen weiter und kommen so an Mais- Erdnuss- und Baumwollfeldern vorbei. Die Baumwollplantagen sehen fast wie Schneefelder aus und an manchen Orten ist gerade die Ernte im Gang. Wir finden einen super schönen Platz an einem einsamen See, am Lake Moultrie, zum Übernachten. Wir sind ganz alleine hier und können den Reihern und den springenden Fischen zusehen. Auf einmal entdecken wir eine Schildkröte wie sie den Kopf aus dem Wasser streckt.

Wir sind positiv überrascht ob der Freundlichkeit der Leute, der gepflegten Landschaft und der Sauberkeit. Die meisten Leute welche wir bis jetzt getroffen haben sind Afrikanischer Abstammung.

Heute Vormittag ist wieder einmal Haare schneiden angesagt und so kommen wir beide zu einer Sommerfrisur. Immer wieder kreisen, nein nicht die Geier, aber Adler über uns, einmal waren es um die 30 Stück. Am Nachmittag machen wir uns auf an die Küste. Wir fahren durch einen National Forest und anschliessend über McClellanville auf die Isle of Palms. Die Strassenallee besteht wirklich aus Palmen, aber leider finden wir überhaupt keine Möglichkeit hier mit dem Camper an den Strand zu gelangen. Eine Villa reiht sich an die andere, aber nicht nur in der ersten Reihe, es gibt mehrere Reihen dieser Villen. Zu Fuss können wir kurz an den Strand, aber zum Übernachten hier, keine Chance. Also machen wir uns auf nach Mount Pleasant zu Walmart. Heute haben wir die ersten Pelikane gesehen.

In der Nacht hat es gewaltig abgekühlt, am Morgen um 8 Uhr hat es 7.5°. Trotz kühlen Temperaturen  schlendern wir durch Charleston und sehen viele schöne Südstaatenhäuser, dies sind richtige Herrenhäuser mit sehr schönen, grossen Terrassen rundherum. Wir laufen durch den Markt und der Promenade entlang. Am Nachmittag fahren wir auf die Wadmalaw Insel und besichtigen die Carleston Tea Plantage, wo wir verschiedene Tees probieren können. Charleston ist über mehrere Inseln verteilt welche durch Brücken miteinander verbunden sind. Dazwischen hat es riesige Flächen Schilfgebiete. Übernachtung bei Home Depot wo wir die Homepage aktualisieren können.

Wir verlassen Charleston und fahren in den Savannah National Wildlife Refuge. Aber alles was wir hier zu sehen bekommen sind 2 Fische, nicht ein einziger Vogel und schon gar kein Alligator lässt sich blicken. Beim Mittagessen und bei der Info an der Raststätte wimmelt es dagegen nur so von Vögeln. Wir decken uns mit Material über Georgia ein und so haben wir heute Abend wieder volles Programm, Routenstudium. Wir fahren nach Pooler zu Home Depot, unterwegs sieht Bert, vom Beifahrersitz aus, zwei Delfine. Hier werden überall „gekochte Erdnüsse“ angeboten, sie schmecken wie versalzene, gekochte Bohnen. Aber wir lassen es beim Probieren, das wird eindeutig nicht unsere Leibspeise.

Heute lernen wir Bert (einen anderen) kennen, er ist so fasziniert von unserem Camper und unserer Reise. Er gibt uns viele gute Tipps zu Florida und lädt uns ein ihn dort zu besuchen. Anschliessend fahren wir nach Savannah und besichtigen die Stadt. Es ist eine sehr schöne Stadt mit sehr vielen Parks und Bäumen. Immer nach 3 Querstrassen kommt ein kleiner Park, hier Squares genannt. Eine Weile laufen wir der Riverfront entlang, laufen durch den City Market und dann wieder zum Camper zurück. Uns kommt die Stadt so ruhig und relaxt vor. Anschliessend fahren wir nach Skidaway Island, hier haben wir eine Einladung bei Gerda. Gerda, ist eine Flumserin und wohnt hier in Savannah. Ich habe sie im Facebook kennengelernt (Gruppe Schweizer Frauen im Ausland) und sie hat uns spontan zu sich nach Hause eingeladen. Wir werden mit feinem Nespresso Kaffee und selbstgemachtem Pumpkin-Kuchen verwöhnt. Und das Beste, den Rest des Kuchens bekommen wir gleich mit auf die Reise. Danach unternimmt sie mit uns eine Inselbesichtigung, wodurch wir die ganze Insel sehen, und in der Ferne sogar Alligatoren sichten.

Danke Gerda für den schönen und interessanten Nachmittag. Es hat uns sehr gefreut dich kennen zu lernen und es hat uns sehr gut gefallen bei dir.

Leider hat es angefangen zu Regnen und so fahren wir nicht mehr weit, nur noch zu Home Depot in Savannah. Hier wird Bert wieder angesprochen über den Camper und unsere Reise. Da er beim Fernsehen arbeitet, wollte er gleich mit einem Aufnahmeteam vorbeikommen. Aber da wir Morgen schon wieder weiterziehen, wird aus unserem Fernsehauftritt leider nichts. 

Wir fahren auf die Tybee Insel und machen einen ausgedehnten Strandspaziergang. Soweit das Auge reicht ein langer, breiter Sandstrand. Jupii, seit langer Zeit wieder einmal mit kurzen Hosen und barfuss im Sand. Anschliessend fahren wir zu einem Kanal. Die ganze Küste hier ist mit mehreren vorgelagerten Inseln geschützt, welche durch Brücken verbunden sind. Es gibt riesige Marsch- (Schilfgebiete) durch die Wasserkanäle führen. Von jedem Haus führt ein langer Steg an den Kanal. Wir laufen auf einen öffentlichen Steg, welcher von Fischern bevölkert ist, und schauen den Pelikanen und Delfinen zu. Zum Übernachten bleiben wir gleich hier.

Über Savannah fahren wir nach Brunswick, unterwegs machen wir an einem Fluss eine lange Mittagspause. Wir sind von der feuchten Wärme so was von schlapp, heute kommen wir nicht so recht auf Touren. Übernachtung wieder einmal bei Home Depot.

Wir fahren in den Marie Roos Park zum Frühstücken. Anschliessend brechen wir auf nach St.Marys, nach einem kurzen Stopp fahren wir weiter nach Floridaaaaa, yupiii wir sind in Florida! Im Welcome-Center werden wir mit frischem Orangen- oder Grapefruitsaft begrüsst. Wir decken uns mit „tonnen“ Infomaterial ein und fahren nach Yulee. Hier müssen wir einen kurzen Stopp bei Home Depot einlegen, wir brauchen eine neue Fahrzeugversicherung (ja auch um solche Sachen müssen wir uns kümmern) und müssen noch einige Angaben liefern. (Home Depot = Wifi). Danach geht’s weiter nach Amelia Island, in Fernandino Beach fahren wir an den Strand. Wauw, super breiter Sandstrand der sich über die ganze Insellänge zieht. Leider ist das Wetter nicht mehr ganz so schön, darum verziehen wir uns in den Centralpark wo wir die Nacht bleiben.

Wir fahren vom Centralpark an den Strand und bleiben den ganzen Tag hier. Wir planen, studieren, lesen, sind im Internet und und…Am Abend fahren wir zu Walmart zum Übernachten.

Heute vor 6 Monate haben wir den Atlantik überquert und damit unsere grosse Reise gestartet.

Wir fahren wieder an den Strand und gehen auf einen langen Strandspaziergang. Am Nachmittag geht’s weiter bis Jacksonville wo wir bei Walmart hängenbleiben.

Wir fahren an die Jacksonville Beach wo wir unser Frühstück direkt mit Blick auf den Strand und die stürmische See geniessen. Anschliessend fahren wir nach St. Augustine und besichtigen die Stadt. Zum Teil fühlt man sich wie in Spanien und bei der Löwenbrücke haben wir unsere ersten Manatees (Seekühe) gesehen. Dann fahren wir an den Strand, sitzen im Sand und sehen den Wellenreitern zu. Wieder zurück beim Camper treffen wir auf ein belgisches Paar das schon seit 2007 unterwegs ist. Sie haben viel zu erzählen, vor allem von Südamerika. Wir merken gar nicht dass es in der Zwischenzeit schon dunkel geworden ist. Wir übernachten gleich hier auf dem Strandparkplatz.

Am Morgen unternehmen wir einen Strandspaziergang und am Nachmittag sind wir sooo müde das wir uns auf dem Liegestuhl erholen müssen. Abends sind rundum alle Palmen mit Lichterketten weihnächtlich geschmückt.

Wir verabschieden uns von Elly und Jos, dabei fegt uns der Sand in die Augen, den Mund und überall hin. Also verlassen auch wir den Strandparkplatz und fahren in die Stadt zum shoppen.

Wir verlassen St. Augustine und fahren immer der Küste entlang bis nach Daytona Beach. Wir laufen entlang der berühmten Beach und den Rückweg gehen wir durch die Stadt. Hier ist es für uns eindeutig zu touristisch. Wir kommen vorbei an einem riesigen, künstlichen Weihnachtsbaum, welcher mitten unter Palmen steht. Leider sehen wir die Rakete welche heute in Cape Canaveral starten sollte, nicht. Zum übernachten fahren wir zu einem Park am Halifax River.

Heute fahren wir nur in Daytona Beach umher, von einer Versicherungsgesellschaft zur anderen. Niemand kann unseren Camper versichern und unsere jetzige Versicherung läuft Morgen ab. Am Abend bekommen wir doch noch ein Angebot, aber nur für die Fahrzeughaftpflicht, für die Kaskoversicherung können Sie erst nächste Woche ein Angebot machen, da am Donnerstag Thanksgiving (Erntedankfest) ist und somit ein langes Wochenende.

Thanksgiving wird mit Geschenken im grossen Familienkreis gefeiert und natürlich darf der gefüllte Truthahn nicht fehlen.

Wir bekommen die Bestätigung für die Fahrzeughaftpflichtversicherung von Nowag aus Deutschland. Wir sind sehr erleichtert das dies geklappt hat, so können wir auch ab Morgen noch weiterfahren, huch…wieder mal Glück gehabt. Vorbei am Daytona International Speedway fahren wir an den Strand von New Smyrma Beach. Da wir heute strahlenden Sonnenschein haben laufen wir am super feinen Sandstrand bis an die Spitze der Insel wo wir den Leuchtturm und die Syline von Daytona Beach sehen. Der Strand ist ganz breit und auch die Autos dürfen, hier an diesem Küstenabschnitt, an sehr vielen Stränden fahren. Wir beenden heute unsere Tour in Oak Hill, wo wir einen fantastischen Platz direkt am Meer und unter Palmen finden.

Wir fahren in den Merritt Island National Wildlife Refuge und stoppen beim Aussichtspunkt für Manatee Besichtigung. Leider sehen wir keine von diesen Seekühen, aber viele Pelikane, Greifvögel und andere Vögel. Wir wollen quer über die Insel, vorbei an den Raketenbasen und dem Kennedy Space Center. Aber das ist nicht möglich, da kommt man nur mit einem Patch rein. So fahren wir an den Strand des Canaveral National Seashore und essen zuerst einmal zu Mittag. Auf der Rückfahrt sehen wir unseren ersten Alligator ganz nah, er liegt gleich neben der Strasse im Sumpf. Wir fahren aufs Festland nach Titusville und bei der nächsten Brücke wieder rüber auf die Insel. Wir fahren vorbei Kennedy Space Center und sehen mehrere Raketen und ein Space Shutle. Wir kommen nach Port Canaveral, wo drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. In der Nähe von Patrick Air Force Base bleiben wir auf einem Parkplatz. Um 17.30 Uhr soll die verschobene Rakete heute Himmelwärts. Zuerst wird alles um eine halbe Stunde verschoben und dann wieder verschoben auf Morgen um 9.00 Uhr. Na dann mal sehen ob es diesmal klappt. Wir bleiben demzufolge unerlaubter Weise gleich hier auf dem Parkplatz.

Auch heute um 9.00 Uhr startet die Rakete nicht, der Start wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Also wird leider nichts daraus das wir einen Live-Raketen-Start beobachten können. Wir verlassen den Air-Base-Parkplatz und fahren weiter südwärts. Wir fahren auf einer vorgelagerten Insel, das heisst das Festland wird durch einen Fluss von der Insel getrennt und die Insel mit ihren super Sandstränden liegt am Atlantik. Ich habe das Gefühl der weite, weisse Sandstrand erstreckt sich von der Landesgrenze bis zuunterst nach Florida. Leider ist es immer relativ windig an der Küste. In Vero Beach machen wir einen Halt und schlendern ein bisschen durch die Strassen. Wir fahren noch bis Fort Pierce, hier muss man kurz aufs Festland und da bleiben wir auch gleich hängen. Am Fluss finden wir einen schönen Park und somit einen Übernachtungsplatz für heute.

In der Nacht und am Morgen hat es geregnet. Als es wieder aufhört suchen wir zuerst die Bibliothek auf um unsere Haftpflichtpolice auszudrucken. Eigentlich kostet 1 Seite 10 Cents, aber die nette Dame am Schalter schenkt uns die 60 Cents. Anschliessend schlendern wir über den Markt und kaufen noch Gemüse ein. Am Nachmittag machen wir uns dann wieder auf den Weg. Wir fahren auf die Insel raus und vorbei an Stränden, Villenvierteln, Hotelanlagen und Häfen. Zeitweise ist die Insel ganz breit, dann wieder ganz schmal das man auf beiden Seiten das Wasser sieht. Umso südlicher wir kommen umso grüner wird die Umgebung. Wir fahren wie durch einen Park, Palmen, Bananenbäume, viele andere mir unbekannte Bäume, blühende Bougainvillea und sehr gepflegter Rasen. Da heute der 30. November ist, fahren wir zu Home Depot damit wir die Homepage aktualisieren und den Newsletter versenden können.

 

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